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Archive für Dezember 2011

Silvester 2011

Ich blicke zurück auf ein Jahr voller Höhen und Tiefen…

Zwei sehr schwere Abschiede sind mental noch nicht bewältigt – die Familie ist wieder einmal kleiner geworden. In ruhigen Momenten besuche ich nun schon zwei noch junge Gräber – Ruhestätten geliebter Menschen, die für immer fort sind.
Auch der kürzliche Tod unseres treuen vierbeinigen Freundes belastet noch sehr…

:-( Katarakt: viel zu früh kam diese Diagnose und meine Ärzte hatten keine Erklärung.
Bereits 2008 – zum Ende meiner Mobbing-Tortur – stellte ich, gerade Mitte 40, eine massiv zunehmende Verschlechterung meines Sehvermögens fest, kleine Schrift am PC wurde zur Herausforderung.
Ob meine massiven Heul-Arien damals ursächlich oder förderlich waren für das extrem frühe Auftreten dieser Erkrankung? Tja: dazu gibt es keine wissenschaftlichen Erhebungen – und somit ist dies lediglich eine Hypothese…

:-( Für meinen hartnäckigen Kampf gegen Mobbing bin ich durchaus auch kritisiert worden. „Ich soll doch endlich Ruhe geben – ist doch schon so lange her…“ – sagen die, die selbst noch nie das Opfer waren, die sich allenfalls in eine unbequeme Pflicht genommen – in eine unangenehme Situation gedrängt – fühlen. Nun: die müssen es ja wissen!
…um wieviel unbehaglicher war doch gleich die Situation der zahllosen Mobbing-Opfer?

:-( Manchem aufdringlichen Mitmenschen hingegen musste ich im Laufe dieses Jahres nachdrücklich klar machen, dass ich neben meinem öffentlichen Kampf gegen Mobbing auch ein Privatleben besitze. Aber gut, das war zu verkraften.

;-) Zahlreiche kleinere Problemchen veranlassten kürzlich einen Arbeitskollegen zu der Aussage: “Du ziehst Scheiße aber auch geradezu magisch an!”  – Wie wahr, wie wahr…

:-(:-( Heute muss ich an Silvester 2007 denken, an die erste Feier im Mobbing-Verein, bei der ich mit meiner Familie plötzlich – ohne ersichtlichen Grund – in meinem vertrauten Freizeit-Kreise unerwünscht war – an die Zeit, in der ein kranker Kopf begann, voller Neid und Missgunst erst mein Leben und später mich selbst scheibchenweise zu zerlegen…
Ist ausgeprägter Narzissmus eigentlich therapierbar?

Brrrrr… Viel lieber wende ich mich den positiven Ereignissen zu:

:-) Trotz des äußerst traurigen Anlasses war die einzigartige Feier meines Bruders zum Andenken an unseren verstorbenen Bruder ein unvergesslich schönes Highlight – ein bemerkenswerter Weg zur Bewältigung von Trauer.

:-) Erste Erfolge im Kampf gegen Mobbing im Sport: mein offener Brief an den Deutschen Olympischen Sportbund hat einen wichtigen Kontakt zum Landessportbund NRW hergestellt. Die intensiven Gespräche dort haben mich sehr viel Kraft gekostet, aber ergänzend zu meinem Buch dazu geführt, dass der organisierte Sport das Thema Mobbing aufgreifen und aktiv angehen wird. Ich bin eingeladen hierbei mitzuwirken - und habe natürlich zugesagt…

:-) Die wohlwollende Intervention des zuständigen Sportverbandes war ein weiteres positives Ergebnis dieser Gespräche und ein winziger – unglaublich wichtiger – Schritt in die richtige Richtung…

:-) Meine Öffentlichkeitsarbeit ergänze ich inzwischen durch öffentliche Info-Veranstaltungen. Auch das kostet viel Kraft und Zeit, bringt mich aber anderen Mobbing-Opfern näher, die mich schon häufig als ‚Mutmacher’ bezeichnet haben – immer wieder Ansporn für mich, hartnäckig weiter gegen diese soziale Pest zu kämpfen.
Ein Höhepunkt war meine Teilnahme am N24-Talk Deutschland Akut – nie zuvor war die Zahl meiner Zuhörer/Zuschauer *rotwerd* 6-stellig…

:-) Viele sehr nette Menschen habe ich kennen gelernt, viel Anerkennung für mein Engagement und meine herzliche, aufgeschlossene Art erhalten. Ein gutes Gefühl…

:-) Ein weiteres Mal wurde ich für den Deutschen Engagementpreis nominiert – Vielen Dank für diese großartige Anerkennung!

Heute feiere ich mit Freunden. Ich freue mich und bin dankbar, dass ich so gute, langjährige Freunde habe, die in dieser Silvesternacht ein weiteres Mal helfen, die negativen Ereignisse hinter mir zu lassen und die positiven in den Vordergrund zu stellen.

Wohlwollende Intervention des Sportverbandes

Noch immer ist es mir nicht gelungen, diesen grenzenlosen Ekel vor Mobbers & Co. hinter mir zu lassen. Noch immer arbeiten Alpträume die erlebten widerlichen Ereignisse auf…

Diesen unerträglichen Zustand will - nein muss ! - ich beenden.

Zu diesem Zweck habe ich nach einem Weg gesucht, die Täter nebst ihren willigen Sekundanten mit ihrem eigenen Handeln direkt zu konfrontieren, ebenso wie die zahllosen Wegseher - die Möglichmacher.
Wer mein Buch gelesen hat weiß jedoch, dass mir die direkte Konfrontation quasi unmöglich gemacht wurde - feiges Verkriechen der Mobber vor ihren Taten. Auf die asozialen Einzelheiten dieser Hexenjagd gehe ich hier nicht mehr näher ein…

Also bin ich zur Klärung der Angelegenheit auf Intervention angewiesen. Verschiedene - für mich sehr belastende - Gespräche mit dem Landessportbund haben nun den zuständigen Sportverband veranlasst, zu vermitteln. Endlich!

VereinsmeiereiSo habe ich nun einen Brief an meine Ex-‚Kameraden’ geschrieben. Einen langen Brief voll unbequemer - weil analytischer - Fragen mit der Quintessenz: “…ich versuche zu ergründen, wie man sich daran ergötzen kann, einen anderen Menschen, eine Kameradin, eine Freundin monatelang kontinuierlich auszugrenzen, zu piesacken, zu triezen, zu schikanieren, zu demütigen, zu entwürdigen – vorsätzlich und gezielt zu verletzen – oder dieses untätig zuzulassen.”

Dieses Schriftstück an alle Mitglieder des KK Ruhr hat der zuständige Sportverband nun an Alexis weitergeleitet mit der Bitte um Beantwortung der Fragen direkt an mich. Es wird sich zeigen, ob sie den Mut findet, dieses 6-seitige Schreiben voll unangenehmer Wahrheiten an alle Mitglieder weiterzuleiten. Es wird sich zeigen, ob Mitglieder den Mut finden, sich mit ihrem eigenen Verhalten auseinander zu setzen.

Fragen, so viele Fragen - ich warte auf Antworten…

Auch kleine Schritte führen zum Ziel…

…nur nicht den Mut verlieren!

„Fertigmachen mit Methode: Deutschland — Mobbingland?”

DeutschlandAkutDer N24-Talk mit Friedemann Schmidt war eine interessante Erfahrung. Nie im Leben habe ich damit gerechnet, einmal in einem Fernseh-Studio vor einer Kamera zu stehen…

Sehr angenehm war die herzliche und aufgeschlossene Art des gesamten Teams in Berlin.
In meinem Kampf gegen Mobbing habe ich besonders häufig mit Bürokraten zu tun. In unserer Gesellschaft scheint es nur noch um Zuständigkeiten und Beamtentum zu gehen - Opfer werden zu Aktenzeichen degradiert.

:-) Wie erfreulich, wenn ich zwischendurch auch auf Menschen treffe :-)

Zum Thema Mobbing sind viele wichtige Dinge geäußert worden. Von besonderer Bedeutung sind für mich die Aussagen:

  • Es müssen wieder Werte vermittelt werden - zwingend bereits in der Kindheit - sowohl in der Familie als auch in Kindergärten und Schulen
    („Wenn Hänschen schon mobbt, mobbt Hans immer mehr”)

  • Mobbing muss für die Täter Konsequenzen haben

Leider war die Sendezeit etwas knapp. Auf einige wichtige Aspekte dieses komplexen Themas konnten wir nicht mehr eingehen. So zum Beispiel die außerordentlich wichtige Funktion der Wegseher - der ‚Möglichmacher’.
Auch hätte ich einige Aussagen gern kontrovers diskutiert. Beispielsweise kann man gar nicht deutlich genug darauf hinweisen, dass jeder - wirklich absolut jeder (!) - zum Mobbing-Opfer werden kann.

Sehr gern hätte ich noch genauer erläutert, dass dieses sozial- und gesellschafts-politische Problem von zwei Seiten parallel angegangen werden muss: zum Einen durch massive Aufklärung (Mobbing ist kein Kavaliersdelikt) - zum Anderen durch die Schaffung eines Gesetzes, das - im Gegensatz zur aktuellen Situation - die Opfer schützt - und nicht die Täter.

Der Begriff ‚Zivilcourage’ hätte unbedingt mit Nachdruck genannt werden müssen. Die schier ausweglose Situation, rechtlich gegen Mobbing vorzugehen, konnte auch nur kurz angeschnitten werden…

Aber 24 Minuten sind nun einmal nicht länger - und dann sind die Kameras vor der Nase ja auch nicht eben hilfreich…

Egal. Es war eine gute Sendung - wieder eine Gelegenheit, über diese perfide Form von Gewalt zu informieren - wieder ein Schrittchen nach vorn im Kampf gegen Mobbing.

Ein sehr angenehmer Gedankenaustausch mit einigen Studiogästen und dem Team von N24 nach der Sendung rundete dieses Erlebnis für mich ab.

Und jetzt? Weiter im Text! Auch kleine Schritte führen zum Ziel…

 

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