Das richtige Verhalten eines Mobbing-Opfers – Fazit

StraftatDie kleine Beitragsreihe Das ‚richtige’ Verhalten eines Mobbing-Opfers (Lektion 1 bis 4 und Kommentar) hat verdeutlicht: was auch immer ein Opfer von Mobbing versucht, um aus seiner Situation heraus zu kommen – es erweist sich als falsch! All die ‚guten Ratschläge’, die das Opfer aus vielen Richtungen erhält, hören sich in der Theorie sehr gut an, sind jedoch faktisch nicht umsetzbar oder bewirken gar eine Verschlimmerung der Situation.

Um das Thema ‚Mobbing’ herum hat sich inzwischen ein großer Markt entwickelt. Zahllose Beratungsinstitutionen versprechen Hilfe – oftmals kostenpflichtig! Die dort erteilten Ratschläge sind jedoch häufig genauso wertlos wie die in der vorgenannten Beitragsreihe genannten Beispiele – Ausnahmen selbstverständlich möglich.
Am Ende steht häufig als einzige Lösung die ‚Flucht’ des Opfers aus seiner Situation – und selbst diese garantiert keinen dauerhaften Erfolg. Manches ‚Mobbing’ holt das Opfer selbst in einem neuen Umfeld wieder ein.

Am Ende steht häufig eine ernsthafte Erkrankung, manchmal Berufsunfähigkeit, eventuell eine langwierige Therapie. Da Therapeuten jedoch die Ursache der Erkrankung nicht beheben können, ist auch hier der Erfolg in Frage gestellt. Einen interessanten Einblick in diese komplexe Problematik gibt der Artikel Mobbing: Hilflose Helfer in Diagnostik und Therapie im Deutschen Ärzteblatt. Eine Abhandlung aus dem Jahre 2001 – bis heute unverändert aktuell.

Was ein Mobbing-Opfer unbedingt tun sollte, ist, zum Einen: Hilfe suchen, zum Anderen: ein Tagebuch über die Attacken führen. Das hilft zunächst dem Opfer, einen Überblick über die Geschehnisse zu behalten – und damit nicht in Selbstzweifeln zu vergehen. Zudem ist ein Mobbing-Tagebuch ein wichtiger Beleg, sollte sich jemals die Justiz für die Vorfälle interessieren. Das allerdings ist nicht gewiss!

Aus Berlin tönt es bereits seit Jahren: ‚Zwar kennt das Strafrecht – wie Sie es in lhrem Schreiben beklagen – keinen besonderen Tatbestand gegen Mobbing. Als ,,Mobbing“ bezeichnete Verhaltensweisen sind aber bereits nach geltendem Recht unter verschiedenen Gesichtspunkten strafbar…. Da geht es um Körperverletzung, Beleidigung, üble Nachrede, Verleumdung, etc. etc.

Soweit die Theorie! Wer einmal versucht hat, auf diesem Wege der Mobbing-Falle zu entkommen, weiß es besser! Da gibt es Fristen, die einen Strafantrag von vornherein ausschließen, Körperverletzung – ein Zusammenhang zwischen gesundheitlicher Beeinträchtigung und dem erlebten Psychoterror – wird seitens der Justiz sofort ausgeschlossen, Beweise nicht angesehen, Zeugen nicht gehört…

Bestenfalls wird ein Mobbing-Verfahren zivilrechtlich verhandelt – Endstation: Vergleich, mit dem ‚guten Rat’ an das Opfer, doch mal eine Therapie zu machen…

Letztlich kann nur eine strafrechtlich relevante Definition von ‚Mobbing’ – ergänzt durch umfassende öffentliche Aufklärungskampagnen – helfen, dieses sozial- und gesellschaftspolitische Problem einzudämmen. Neun Europäische Länder haben ‚Mobbing’ bereits unter Strafe gestellt.

Aktion zur Forderung eines Anti-Mobbing-Gesetzes
in Kürze hier an gleicher Stelle…

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Mobbing-Ausstellung im Unperfekthaus

Essen: Unperfekthaus | ‚Mobbing ist kein Kavaliersdelikt – Ein Denkanstoss für Wegseher’ ist der Titel einer neuen Ausstellung im Unperfekthaus Essen.

DenkanstoßIn Raum 154 sind auf aktuell 16 Exponaten des gleichnamigen ‚Projekts gegen Gewalt’ Ursachen und Wirkungen von Mobbing ‚ins Bild gesetzt’ mit besonderem Schwerpunkt auf die ganz wichtige Rolle sogenannter ‚Unbeteiligter’.
Ein Aufruf zur Zivilcourage gegen eine der abscheulichsten Verhaltensweisen solcher, die sich selbst ‚zivilisiert’ und ‚Menschen’ nennen, ergänzend zum Aufklärungs- und Buchprojekt ‚Autorin gegen Mobbing’ der Essener Autorin Ilia Faye.

‚Mobbing als Gewalt begreifen’ ist das Ziel dieser kleinen Galerie, die – als ‚Wanderausstellung’ gedacht – ab etwa Oktober ein neues ‚Zuhause auf Zeit’ sucht. Geeignet wären hierfür z. B. Rathäuser, Volkshochschulen, weiterführende Schulen, Kulturzentren, Kliniken…
…überall dort, wo zahlreiche ‚Unbeteiligte’ – vielleicht auch ganz unerwartet – auf dieses schwierige Thema aufmerksam gemacht werden können.

Entsprechende Vorschläge bzw. Angebote bitte an mail@ilia-faye.de

Unperfekthaus, Friedrich-Ebert-Str. 18, 45127 Essen-City,
Öffnungszeiten Mo-Do: 7-23 Uhr, Fr+Sa: 7-24 Uhr, So: 8-23 Uhr – Bitte auf geschlossene Veranstaltungen achten.
Es gelten die Eintrittspreise des UPH.

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Das ‚richtige’ Verhalten eines Mobbing-Opfers – Kommentar

GewaltDieser Kommentar richtet sich an die zahllosen Wegseher – Möglichmacher – und Ratgeber, die sich stets selbst dafür auf die Schulter klopfen, wie hervorragend sie sich ‚heraushalten’, wenn ein Mitmensch dringend Hilfe braucht.

Ich denke, ich habe in den veröffentlichten ‚Lektionen’ die wirkliche Situation der Menschen, die dieser sozialen Pest namens Mobbing zum Opfer fallen, unmissverständlich dargestellt: es hagelt ‚gute’ Ratschläge.

Dabei ist es tatsächlich vollkommen gleichgültig, wie das Opfer sich verhält – letztlich wird jeder Vorfall solange verdreht, bis man ihm schließlich die Schuld zuweisen kann. Es ist ja so einfach, mit dem Finger auf das Opfer zu zeigen und „Schuld“ zu rufen – die simpelste Art von Gewissensberuhigung.
Ist die ‚Schuldfrage’ erst ‚geklärt’, ist jedem klar: da kann ich mich doch raushalten!

Je deutlicher das Opfer im Laufe der Zeit seine vollständige Hilflosigkeit wahrnimmt, desto mehr spitzt sich die Situation zu. Während inzwischen für das Handeln des/der Täter/s jede erdenkliche Rechtfertigung konstruiert wird, wird das Opfer genauestens unter die Lupe genommen. Das Opfer hat perfekt zu sein – aber, ganz ehrlich: wer ist das schon?
Nach und nach erhält das Opfer wegen seiner Reaktionen, seiner wiederkehrenden Hilferufe – ggf. wegen aufkeimender Depressionen – den Stempel eines Geisteskranken…

Wäre Mobbing eine Form von Gewalt, die man ‚anfassen’ kann, so würde jeder über Täter und Wegseher die Nase rümpfen. Da es sich aber bei Mobbing in der Regel um psychische Gewalt handelt, betreibt das Umfeld einen regelrechten Wettbewerb der Verharmlosung – aber alle ‚wissen’, wie das Opfer sich doch am besten verhalten sollte.

Hilfe erfährt das Opfer im Regelfall nicht!

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Ich selbst habe alle geschilderten ‚richtigen’ Verhaltensweisen ausprobiert, habe nichts unversucht gelassen, mein altes Leben zu retten. Nichts hat geholfen. Niemand hat geholfen.

Nachdem ich nach meiner ‚Hinrichtung’ im Verein mit einem unglaublichen Kraftakt mein Buch veröffentlicht hatte, wurde ich mittels anonymer Emails bedroht. Wer die Wahrheit sagt, braucht ein schnelles Pferd…
Diese anonymen Drohungen aus dem Kreise der Täter wurden später nicht einmal als Indiz gewertet…

Nach kräftezehrendem Schriftwechsel mit dem Sportverband und einem offenen Brief an den DOSB nahm der LSB NRW dieses Problem mal ‚stellenweise’ ernst. Man zog einen Mediator hinzu – ein echter ‚Fachmann’. Der wollte gar nicht wissen, was mir widerfahren war – kein Wort über die Vergangenheit, nur über meine Zielsetzung. Sein Kommentar: „Mal sehen, wie wir das hinkriegen, ohne dass die Täter ihr Gesicht verlieren…“. Mein erlittener Gesichtsverlust spielte dabei keine Rolle.

Man versteckte sich hinter ‚Erkenntnissen’, wie: „Da steht Aussage gegen Aussage – das kann man nicht beweisen.“ Meine Beweise wollte niemand sehen…

Da wurde an meine Vernunft appelliert – die ‚Vernunft’ des/der Täter/s war kein Thema.

Zahllose Menschen sprachen mir ihr Bedauern und ihr Mitgefühl aus – keiner davon hat den Tätern mal analytische Fragen gestellt, keiner die enorme Gewaltbereitschaft zum Ausdruck gebracht. Niemand hat denen mal ins Gesicht gesagt: „Ihr solltet euch doch schämen!“

Ich habe inzwischen lernen müssen, dass es völlig in Ordnung ist, andere Menschen systematisch fertig zu machen – ein Schwerverbrechen hingegen, darüber zu berichten…
Der Geschäftsführer des Sportverbandes nannte mein Buch ‚Ein Buch voller Anschuldigungen’ – und versteckte sich hinter fehlenden Regularien gegen Mobbing im Sport…

Durch meine Öffentlichkeitsarbeit werde ich selbst immer wieder zur Zielscheibe, jedoch habe ich in meinen Vorträgen schon mehrfach ‚Wegseher’ dazu veranlassen können, über ihr eigenes Verhalten – über ihre ganz wichtige Rolle bei Mobbing – nachzudenken.
Nicht zuletzt dieser – wenngleich vielleicht winzige – Erfolg stellt mich immer wieder vor die Frage, warum Medien Aktionen wie meine Aufklärungsarbeit totschweigen.
Hier und da berichtet man über die gravierende Folgen von Mobbing – vielleicht bietet ein Suizid auch gerade mal wieder ‚Stoff’, um die Quoten zu erhöhen.
Ein paar Zeilen – ein kleiner Hinweis – auf Anti-Mobbing-Projekte jedoch, das ist wohl zuviel verlangt.

Als ich dies Anfang Februar zum Anlass nahm, von meinen paar ‚Kröten’ ein Inserat zu schalten, das in der mir eigenen Art auf dieses Problem aufmerksam machen sollte, lehnte die WAZ meine Anzeigenschaltung ab.
Dazu gibt es für Interessierte einen Beitrag nebst Kommentar in meinem Blog.

Nicht das erste Mal, dass ich zu Gunsten der Täter ‚ausgebremst’ wurde. So wurde ich bereits vor geraumer Zeit durch LK aufgefordert, eine von mir veröffentlichte Grafik – obwohl diese lediglich Alias-Namen enthielt – zu entfernen, damit die Täter sich nicht irgendwie unangenehm erwähnt fühlten…

Meine Öffentlichkeitsarbeit hat mich inzwischen eine 4stellige Summe gekostet. Ich habe das Geld nicht ‚in der Ecke’ liegen, aber wenn ich dadurch nur einem einzigen, verzweifelten Menschen helfen kann, dann ist es mir das Wert. Diese Kosten versuche ich, durch den Verkauf meiner Bücher wenigstens teilweise aufzufangen.

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Bei all meinen Darstellungen mag es Ausnahmen geben, in denen es anders läuft – rühmliche Ausnahmen – aber immer noch Ausnahmen eben.

…die wesentlichen Dinge,
die ein Mobbing-Opfer wirklich beachten sollte
– überschaubar an der Zahl –
in Kürze hier an gleicher Stelle…

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Mein Augenarzt hat mir eröffnet, dass nach zwei Operationen und einem gelaserten Auge nun auch das zweite Auge gelasert werden muss…

…und die, die ich dafür verantwortlich mache, grinsen mich blöde an!

Nach Meinung von Fachleuten sind psychosomatische Faktoren für 30 – 40% aller Augenkrankheiten verantwortlich.
Quelle: http://www.psychotherapie-anettepeter.de/augeninfo.html

Publiziert am von Ilia-Faye | 1 Kommentar