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Archiv der Kategorie Mein Buch

Die Veröffentlichung

VereinsmeiereiKlasse! Nahezu alle Verlage haben spontan sehr positiv reagiert, haben Angebote oder Vertragsentwürfe geschickt. Die Beurteilungen, die ich über mein Manuskript erhalte, geben mir ungeheuren Auftrieb.

Wer mal in den Literaturmarkt hineingeschnuppert hat, weiß aber auch: hier geht es nicht darum, wie reich ich mit meinem Buch werden kann, sondern wie viel es mir wert ist, es zu veröffentlichen… Welche Rechte trete ich ab, welche behalte ich mir vor…

Viele, viele Dinge muss ich abwägen und treffe schließlich meine Entscheidung. Mitte August sind die ersten Exemplare veröffentlicht:

Ich habe Mobbing im Verein den Kampf angesagt!

Meinen Ex-’Kameraden’ sende ich eine Email, mit unmissverständlicher Stellungnahme. Die dürfen sich gern ein Bild darüber machen, was ich von ihnen halte. Die beteiligten Personen fordere ich auf, wenn sie irgendetwas im Buch als Lüge deklarieren wollen, den Mut aufzubringen, das vis-a-vis zu tun…

Nur wenige Stunden später erhalte ich - ganz mutig! - eine anonyme Email, in der ich bedroht und beleidigt werde! Irgend so ein jämmerlicher Feigling hat offenbar panische Angst, dass die Vorfälle in diesem Verein im ganzen Kanuverband bekannt werden: das unsportliche, das unehrenhafte, das unkameradschaftliche, das unsoziale Procedere…
Die kriminelle Energie, die in diesem KanuKlub herrscht, beweist sich selbst!

Mein Entschluss

Ein Lektorat und eine Korrektur meines Manuskripts kann ich leider im Bekanntenkreis nicht bekommen. Die einen trauen es sich nicht zu - die anderen haben keine Zeit.

Okay - also selber machen! Auch den Umschlag gestalte ich selbst. Ach, mit welcher Wonne ich diesen Schweinekopf in den Wimpel einbaue… Schön in die Mitte - dort wo sich immer das findet, was im Verein am höchsten geehrt wird. In aller Regel befindet sich dort das Vereins-Logo, hier eben ein Schweinekopf - wie es sich gehört. Das tut so richtig gut!

Ich nehme meinen ganzen Mut zusammen. Ja! Mut gehört dazu, all diese Episoden zu veröffentlichen: wie fertig, wie verzweifelt ich war, wie ich heulend im Boot gesessen habe… und wie ich immer wieder aufgestanden bin, wie ich mich gewehrt habe, mich nicht habe unterkriegen lassen…

Angst vor meinen Quälgeistern habe ich nicht - für diese ‘Wesen’ habe ich nur noch Verachtung übrig - abgrundtiefe Verachtung. Zudem kann ich zahlreiche Darstellungen belegen oder habe Zeugen dafür.

Ich sende das überarbeitete Manuskript - 240 Buchseiten - und den Umschlags-Entwurf an einige Verlage. Komisches Gefühl im Bauch. Wie werden die Empfänger reagieren?

Überlegungen

Ich lese meine Aufzeichnungen, versuche festzustellen, welches meiner ‘Verbrechen’ eigentlich meine ‘Kameraden’ zu ihrem ekelhaften, asozialen Verhalten berechtigt hat…

Ich finde nichts… Nichts Ernstzunehmendes, nichts Gravierendes, nichts Greifbares…

Ich recherchiere im Internet: ‘Mobbing im Verein’ und stelle fest: das ist gar nicht ganz neu. Solche Fälle finden sich bereits im Netz. Mobbing ist in - auch in Vereinen. Und aus den Beispielen, die ich finde, lese ich heraus: keiner hilft! Die Opfer stehen allein, die Gesellschaft sieht weg!

Wieder lese ich meine Aufzeichnungen, stelle fest: das liest sich fast wie ein Krimi! Richtig spannend… - Wie ein ‘richtiges’ Buch…

Der Gedanke keimt auf, alles zu veröffentlichen. Ich befrage eine Anwältin: Persönlichkeitsrecht, Vereinsrecht, Urheberrecht. Unter bestimmten Voraussetzungen gibt sie grünes Licht.