Meine Tränen

Wie oft bin ich schon gefragt worden, wie ich es geschafft habe, all diese hässlichen Erlebnisse meiner Mobbing-Tortur, meine ungehörten – störenden (!) – Hilferufe, meine oft grenzenlose Verzweiflung und meine Tränen der Öffentlichkeit preiszugeben – mein tiefstes Inneres zu entblößen, in einem Buch zu publizieren.

Diese Fragen kommen in erster Linie von sehr einfühlsamen Menschen, sie kommen von Herzen, sind unheimlich lieb gemeint – oft gepaart mit großer Anerkennung für meinen Mut und Dankbarkeit für meine offene, rückhaltlose Aufklärung über die perfiden Abläufe und schwerwiegenden Folgen von Mobbing.

Ich kann diese Gedanken sehr gut nachvollziehen. Natürlich kostet es immens viel Überwindung, so offen zu schreiben und damit den Tätern ihren ‚Erfolg’ auf einem silbernen Tablett zu servieren. Wer aber das Niedermachen eines Menschen – noch dazu unter Ausschluss grundlegender Menschenrechte und mit der Manier mittelalterlichen Pöbels – als ‚Erfolg’ betrachtet, den kann ich nur noch als ‚krank’ bezeichnen.

Wenn ich auch öffentliche Heul-Auftritte zu vermeiden versuche – was mir keineswegs immer gelingt –, so schäme ich mich doch meiner Tränen nicht – auch derer nicht, die ich selbst heute, Jahre nach dieser erlebten Gewalt, nicht zurückhalten kann und die noch immer meine Lebensqualität beeinträchtigen.
Beschämend ist das, was ich erlebt habe, doch für die Täter, für deren Helfer und für all die Wegseher, die mein Leid erst ermöglicht haben – und bis heute zu feige sind, auf eine Aufklärung zu drängen.

Die Erkenntnis, dass ich allein mehr Rückgrat besitze als über 100 Mitglieder eines ‚Sport’-Vereines zusammen, diese Erkenntnis verleiht dann und wann Flügel… 🙂

…mein Leben aber bekomme ich dadurch nicht zurück!

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Fehler

Wer einen Fehler gemacht hat und ihn nicht korrigiert, begeht einen zweiten.

(Konfuzius)

Ich darf das ergänzen: …und einen dritten, einen vierten, einen fünften… – anstatt ein einziges Mal nur das Richtige zu tun!

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Und alle schweigen still…

Das Schweigen unserer FreundeDa sind die Ex-‚Kameraden’, die im Laufe der vielen schier unerträglichen Mobbing-Monate immer wieder vor mir standen, über die Täter schimpften wie die Rohrspatzen, mich aufforderten, mich zur Wehr zu setzen – und als es darauf ankam, feige den Kopf einzogen oder das Unrecht sogar aktiv unterstützten…

Da sind diejenigen, die sich nach meiner ‚Hinrichtung’ über das offenbar unrechtmäßige Handeln und die menschenverachtende Inszenierung der Mobber und ihrer zahllosen Helfer und Helfershelfer empörten – vornehmlich hinter vorgehaltener Hand…

Da sind diejenigen, die mich nach der Veröffentlichung meines Buches ansprachen: „Mensch, was für ein tolles Buch. Du kannst ja richtig toll schreiben! Du schreibst ja genau, wie es ist! Jetzt wird sich endlich etwas ändern in diesem Verein!“…

Da sind diejenigen, die – zB aus meinem Blog – von meinem Schreiben an alle Mitglieder wissen, das der Verband hochoffiziell weitergeleitet hat und das die Vorsitzende zurückhält, damit niemand den ganzen Ekel erfassen kann, den diese Angelegenheit in sich birgt – diejenigen, die sich eigentlich brennend für dieses Schreiben und ganz besonders für die von den Tätern noch immer ausstehenden Antworten interessieren müssten…

…und alle schweigen still – immer noch!

Dabei könnte alles so einfach sein…

Was soll ich davon halten? Was ist das? Feigheit oder Ignoranz? Ein neuzeitlicher Massen-Gendefekt? Eine kollektive Hirnzellen-Schädigung durch zuviel Sonne oder Bootshaus-Schimmel? Eine ansteckende Krankheit, eine Epidemie womöglich?

Ich weiß nicht, was es ist – aber ich ekle mich davor. Zutiefst!

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Verständnislosigkeit der Möglichmacher

Habe gestern einige der Möglichmacher aus dem Mobbingverein auf dem Wasser getroffen – einige, von denen ich mal annahm, sie besäßen Charakter – ein fröhliches „Ahoi!“ schallte zu mir herüber…

Meine Antwort: „Dass ihr euch nicht schämt! Ihr müsstet euch doch vor Scham in Luft auflösen, wenn ihr mir begegnet!“.

In den Gesichtern standen große Fragezeichen – völliges Unverständnis – und der Gedanke: ‚Was denn – ich hab doch nichts getan…’.

Richtig! Ihr habt nichts getan! Ihr habt euch monatelang in aller Ruhe angesehen, wie ich scheibchenweise zerlegt wurde, wie ich immer wieder ‚getreten’ wurde, selbst als ich längst am Boden war – bei physischer Gewalt nennt man das übrigens ‚unterlassene Hilfeleistung’.
Ihr sitzt heute mit den Tätern und Mittätern gemeinsam am Tisch, feiert zusammen, habt euren Spaß – in ‚meinem’ Zuhause – und jubelt über Erfolge, die auf ‚Leichen’ aufbauen, applaudiert denen, die mir Gewalt antaten…

Was bedeutet schon die ‚Hinrichtung’ einer Kameradin?

Einer von euch hat damals im Zuge des aktiven Mobbings auf einen meiner offenen Hilferufe hin geantwortet: „Halt mich doch beim nächsten Mal raus. Vielleicht leb ich dann ein bisschen länger!“ – Nun, ihr lebt ja noch. Und offenbar völlig unbelastet. Stellt euch vor: auch meine Familie und ich könnten noch ‚leben’, wenn ihr nicht alle miteinander derart feige gewesen wäret!

Bitte, was soll ich denn mit eurem ‚Ahoi!’? – Geht’s noch?

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