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Schuld(en) eines Mobbing-Opfers
Der Email-Schreiber hält mir vor, dass ich mich gewehrt habe!
Dieser Ex-Kamerad reibt mir Reaktionen unter die Nase, die nie erfolgt wären, wenn nicht einige so engagiert mitgepöbelt und –schikaniert und alle anderen so erfolgreich weggesehen hätten.
Meine paar lächerlichen Reaktionen: das seien doch Fehler gewesen, da sei ich doch selbst schuld… – Na klar!
Und dass Juda mehr von mir wollte, muss mir doch sehr schnell klar geworden sein (was wollen mir diese Worte sagen…) – das aber auszusprechen: schwerer Frevel! Aha! Soso!
Eine Frau, die vergewaltigt* werden soll, muss sich ja auch nicht wehren. Soll sich doch einfach hinlegen, die Schlampe, Beine spreizen, Kerl drüber lassen – ist doch kein Problem, oder?
Und ganz sicher hatte die irgendwann mal nen kurzen Rock an, den falschen Augenaufschlag erwischt, oder was auch immer getan, den Täter zu animieren – selbst schuld eben…
Vielleicht kann man auch für den Fall, dass die Frau sich nicht wehrt, so lange die Tatsachen verdrehen und verbiegen, bis der Täter das Opfer wegen entgangenen Vergnügens (das ja mit Gegenwehr für ihn deutlich reizvoller gewesen wäre!) verklagen kann…
Es ist ja so einfach, mit dem Finger auf das Opfer zu zeigen und „Schuld“ zu rufen.
Selbst ein niedliches kleines Schmusekätzchen fährt irgendwann die Krallen aus, wenn es nur oft genug getreten wird.
Nun, ein harmloses Schmusekätzchen bin ich nicht. Was aber dabei herauskommt, wenn man einen Tiger penetrant reizt - nun ja, das steht ja alles im Buch…
Mein schweres Vergehen: dass mir im Laufe dieser vielen Mobbing-Monate ein einziges Mal öffentlich der Kragen geplatzt ist… Sag mal – geht’s noch?
*Zur Vorbeugung etwaiger Fehlinterpretationen: nein, ich bin in diesem Verein nicht vergewaltigt worden – nicht im herkömmlichen Sinne. Nur psychisch, dafür aber gleich im Pulk von lauter Gutmenschen und Moralaposteln…
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