Gutmenschen und Moralaposteln

Zwei Jahre ist es nun her. Zwei Jahre, seit eine Horde voller Gutmenschen über mich herfiel wie mittelalterlicher Pöbel. Lauter Moralaposteln, die sich in grenzenloser Arroganz über das deutsche Grundgesetz erhoben, mir meine Grundrechte verweigerten und gemeinsam feststellten, was ich doch für ein schlechter Mensch bin…

  • Darunter der eine, der – obwohl selbst fest liiert – mir ins Ohr raunte: „Am liebsten würd‘ ich dich jetzt mich Haut und Haaren verspeisen…“, während seine Hände bei verdächtig engem Tanz bereits unter meinem T-Shirt aktiv wurden – und der darauf eine passende Abfuhr bekam: „Pass mal auf, dass du dich an mir nicht verschluckst…“…
  • oder der verheiratete alte Mann, der mir – kaum dass wir unter uns waren – mit den Worten „ich wollte immer schon mir dir allein sein. Endlich…“ ebenfalls sofort zu fummeln begann… – sexuelle Belästigung, die anzuzeigen ich trotz dringenden Anratens seitens der Kripo versäumt habe, einfach weil sie im Rahmen der Gesamtvorfälle so unglaublich geringfügig erscheint…
  • derjenige, der  – kaum dass ich auf der Leiter stand  – mit lüsternen Händen von unten her das Innenleben meiner Hosenbeine erkundete…
  • diese Testosteronschleuder, der keine Gelegenheit ausließ, mir die Bekanntschaft mit seiner einzigen aktiven Gehirnzelle anzubiedern, die irgendwo zwischen seinen Beinen baumelt und der wohl ein persönliches Problem damit hatte, dass ich aber auch so gar kein Interesse an dieser Form der Bekanntschaft bekundete…
  • derjenige, der mich unmissverständlich zum ‚Sandwich’ mit zwei verheirateten Kerlen einlud – manch einer nennt das auch nen flotten Dreier – was, wenn ich ja gesagt hätte…
  • die Besitzer der einen oder anderen Hand, die in eindeutiger Pose unterm Tisch wie selbstverständlich ihren Platz auf meinem entblößten Oberschenkel suchte… – nebenher: landen konnten die alle nicht bei mir, aber ich muss ja ein richtig heißer Feger sein…
  • der damalige Wanderwart – ein echter Sportskamerad –, der Mareike unkontrolliert anschrie: „Ich helf dir nie wieder beim Boot! Ich lass dich absaufen hier am Steg!…“, weil sie sich nach fast 50jähriger Vereins-Mitgliedschaft nicht seiner offensichtlichen Willkür beugen wollte…
  • die ‚Dame’, die – da darf ich Dörte nochmal zitieren – „…nur lustig ist, wenn sie Schnaps getrunken hat oder über andere lästern kann…“ und die selbst vor Nötigung/Epressung nicht zurückschreckte…
  • der Sozialdemokrat, über den ich inzwischen erfuhr, wie man ihn auf hochnotpeinliche Weise beim Erschummeln nie vollbrachter sportlicher Leistungen erwischte…
  • und so weiter, und so fort, etc, pp…

…ein Verein voller Gutmenschen und Moralaposteln, die sich alle nicht schämen, mich als unmoralisch und schlecht zu verurteilen, weil ich es wagte, mich gegen Gewalt zu wehren!

Viele, sehr viele Ereignisse im KK Ruhr habe ich mit dem mir eigenen, lockeren Humor genommen. War ja schließlich Freizeit…

Was ich aber in der Mobbing-Phase alles erleben und erdulden musste, diesen unfassbaren Hinterhalt, diese grenzenlose Niedertracht, die unvorstellbar perfiden Vorgehensweisen der Mobber – die systematische Zerstörung eines Menschen, die ich in meinem Buch detailliert beschreibe – Vorfälle, die sowohl Vergleiche mit dem Stanford-Prison-Experiment als auch mit zumindest einigen Methoden weißer Folter auslösten – kann selbst eine Lachtaube wie ich nicht mehr mit Humor nehmen…

Stell dir vor, es ist Krieg…

Kampf gegen Mobbing – mach mit!

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Rentner als Sondermüll

Rentner_MüllSie haben ein Leben lang gearbeitet. Sie haben Kinder großgezogen. Sie haben unser ‚Heute’ ermöglicht. Und jetzt?

Jetzt drehen sie jeden Cent 3-mal um, rechnen, sparen, schränken sich ein, wo immer es geht… unsere Rentner: nicht alle, aber immer mehr!

Rentner in Deutschland an der Armutsgrenze. Wer irgendwie noch ‚schaffen’ kann, jobbt nebenher…
Manche wühlen im Müll – nach irgendwas Verwertbarem…
Einige sammeln Flaschen, von (gut situierten?) Gedankenlosen achtlos in die Botanik entsorgt – fürs Pfand, für ein paar Cent, die an allen Ecken fehlen…

Wenn sie es schaffen, ihr ureigenes und nachvollziehbares Schamgefühl zu überwinden, dann sitzen sie wie Bittsteller beim Amt, beantragen Grundsicherung. Dort zieht man sie aus – bis aufs Hemd. Menschenwürde – was ist das?

„Sie haben ein Auto? Na, dann haben Sie doch Vermögen!“ Vermögen! Die alte Kiste fährt grad noch, darf nicht kaputt gehen, denn Geld für Ersatz ist keines da! Doch das Auto wird benötigt. Einkäufe sind schwer, der Körper wird im Alter nicht kräftiger…

Waschmaschine, Staubsauger, Bügeleisen – zum Teil schon zwanzig Jahre alt – müssen noch halten! Egal wie!

„Sie haben eine Sterbeversicherung? Schon mit 2.000 Euro bewertet? Na, was wollen Sie dann hier? Ihnen geht’s doch gut!“
Diese Versicherung war gedacht für die einigermaßen würdige Beisetzung 2er Rentner – wenn’s mal soweit ist. Jetzt muss sie überschrieben werden – aufs Bestattungsunternehmen: „Ach, legen Sie doch schon mal fest, wie Ihr Sarg aussehen soll…!“
Kommt nicht drauf an. Geld für die Versicherungsbeiträge ist eh keins mehr da…

Die Kosten für Miete sind ‚unangemessen hoch’. „Ziehen Sie mal um! Das geht billiger! Den Umzug zahlt das Amt – selbstverständlich, für eine Ersparnis von immerhin 10 bis 20 Euro pro Monat…!“ Dass für die ‚billigen’ Wohnungen der benachbarten Wohnungsbaugesellschaft beträchtliche Nebenkosten gefordert werden und diese ‚Wohn-Klos’ in vielen Fällen Schimmel und andere Beeinträchtigungen aufweisen – wen interessiert das schon? Rentner sind doch alte Leute…

„Was denn. Sie waren selbstständig? Na, dann hätten Sie halt mehr zurücklegen sollen…!“ – Die Nase der Dame beim Amt steigt noch ein Stückchen höher…
Mehr zurücklegen! Wovon, wenn nichts da ist, wenn es gerade so zum Leben reicht?

Aus irgendwelchen Gründen scheint der bewilligte Regelsatz unterhalb des Hartz IV-Niveaus. Das ‚Warum’ wird mit irgendeiner völlig undurchschaubaren ‚Mischkalkulation’ begründet – um eine verständliche, nachvollziehbare Erläuterung hat sich der Bittsteller anderweitig zu bemühen…

Ein Leben lang ausgenommen wie Weihnachtsgänse… Steuern, Versicherungen, Sozialbeiträge – immer nur gearbeitet, immer nur gezahlt… Und jetzt?
Zum Sterben zuviel – zum Leben zuwenig! Auf den so dringend notwendigen Lichtblick warten solche Rentner für den Rest ihres Lebens…

Und – als ob das alles noch nicht reicht – braucht’s für den sozialen Aspekt einen Werbespot: „Wir sollten für alte Menschen da sein, solange sie da sind…“

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Aufruf zu Fairness und Kameradschaft im Sport

Nachdem meine autobiographischen Schilderungen über extreme Auswüchse von Vereinsmeierei bei zahlreichen Lesern Nachdenklichkeit und zum Teil große Betroffenheit erzeugte, bitte ich nun um Unterstützung der Initiative „Hand in Hand gegen Mobbing“.

Unter dem Motto „Initiativ handeln – Zeichen setzen“ sind hierbei in erster Linie Vereine und Verbände, sowie kulturelle und soziale Einrichtungen und Gemeinschaften gefordert, sich mit dem sozial- und gesellschaftspolitischen Problem Mobbing kritisch auseinanderzusetzen.

Grundsätzlich bin ich überzeugte Befürworterin von Vereinen. Gerade Sportvereine sind ein wichtiges Instrument für die Schaffung und Erhaltung eines guten, sozialverträglichen Miteinanders sowie zur Stärkung – oder Wiederherstellung – ethischer Werte in der Gesellschaft.
Wenn selbst in diesem wichtigen sozialen Bereich inzwischen Mobbing seinen Einzug gehalten hat, stellt das die gemeinnützige Aufgabe dieser Vereine in Frage. Es besteht dringender Handlungsbedarf, dem entgegenzusteuern.

Mobbing ist Gewalt – Wegsehen ist der falsche Weg!

Den Link zur rein ideologischen, nicht kommerziellen Initiative „Zeichen setzen für Fairness und Kameradschaft im Sport“ gibt’s unter www.ilia-faye.de

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Verbrecher?

Mobber = Verbrecher? 

Verbrechen = schwerwiegender Verstoß gegen die Rechtsordnung einer Gesellschaft oder die Grundregeln menschlichen Zusammenlebens…

Daraus folgt: jeder Mensch, der sich wie beschrieben verhält, ist ein Verbrecher.

Nun gerate ich in einen Definitions-Konflikt. Habe doch schließlich meinen Mobbern in meinem Buch die Zugehörigkeit zur Spezies ‚Mensch‘ abgesprochen…

Wie nennt man nun solche, die sich aus niedersten Beweggründen über jede ethische Grundlage menschlichen Miteinanders hinweg setzen?
Wie nennt man nun solche, die sich daran aufgeilen, einen Mitmenschen fertig zu machen, krank zu machen – zu zerstören?
Wie nennt man nun solche, denen Begriffe wie ‚Grundgesetz’ und ‚Menschenrechte’ Fremdworte sind?

Wie nennt man nun solche, die ungeniert auch meinen Kindern ein gewaltiges Stück unbeschwerter Jugendzeit gestohlen haben?
Wie nennt man nun solche, die sich mir gegenüber immer wieder damit gebrüstet haben, dass sie noch bis weit in die 50er Jahre das Hakenkreuz im Stempel führten?

Wie nennt man nun solche, die mir – nach allem was gelaufen ist – auch noch völlig selbstverständlich mein Eigentum vorenthalten?

Wie nennt man nun solche, die nur wegen einer völlig blödsinnigen Fristenregelung einer angemessenen Strafe entgangen sind?

Kanuverein 2010? DKV-Station? Das ist ungefähr so passend, als wenn ein Kriegsverbrecher das Bundesverdienstkreuz erhält…

Ich kann mir nicht helfen: für mich sind das Verbrecher!

vgl. Beiträge: Bemerkenswerte Rechtsauffassung empfohlener Gewalttäter
Ehrung von Gewalttätern
Interpretation
Verkehrte Welt
Wann beginnt Gewalt
Wo beginnt Gewalt

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